26.04.07 20:24 Weltstars privat am 02.05. mit Sebastian Krämer
Autor: Marco
Seit 2001 gibt es die Reihe "Weltstars privat", und seit 2001 ist der genialisch-verschrobene Sebastian Krämer Jahr für Jahr zu Gast bei Heiko Werning und hat sich inzwischen sein eigenes Fan-Publikum erspielt. An neuem vertontem Gedankengut fehlt es dem allerorts bestaunten "Freund großer Worte" selten, und so hat der doppelte deutsche Meister im Poetry Slam und 1. Preisträger des Bundeswettbewerbs für Gesang (2003) wieder lauter Klassiker von morgen dabei, Lieder, Gedichte und Erzählungen, von denen unsere Kinder einmal sagen werden: "Hör mir uff mit dem Krempel, dit kenn wa doch!" Aber bis dahin ist ja noch viel Zeit ...
Tückisch, hinterhältig und böse - das sind ja heutzutage alle. Hier kommt der Kabarettist, der eine allzu Gemeinheiten-geile Zuhörerschaft auch gern mal mit Liebheit brüskiert. Die Liebe an sich ist ja gemein genug. Und die kommt reichlich zu Wort: in gesprochenen Lovesongs und gesungenen Liebesgeschichten, im schonungslosen Monolog der Hoffnung und in der ungeduldigen Beschwörung säumiger Himmelskörper.
Folgen Sie Sebastian Krämer auf seinen Hypotaxen der Lust. Dabei lernt man ganz nebenbei, zu steppen wie der Mond, zu parken wie ein Gnom und zu denken wie ein Blumenkübel. Wahrscheinlich hüpfen die Inhalte seiner melodramatischen Studien - Grottenolme, darin Gastgeber Werning nahe, Jongleure, Napoleon, ReiseZentren und natürlich der Sonnenuntergang am Strand von Frankfurt (Oder) - deshalb so ungeniert durcheinander, weil es Krämer bei all dem insgeheim doch immer nur um die Leidenschaft geht, die in Wahrheit gar keine Gegenstände kennt, sondern nur: lauter Lehrmeister ...
Das Berliner Stadtmagazin Zitty nannte ihn kürzlich den einzig rechtmäßigen Erben Friedrich Holländers. Die Mainzer Rheinzeitung bezeichnete ihn als "Gigant am Klavier", die Berliner Zeitung bereits 1997 liebevoll als "Psychopath". Marc Kelly Smith, der Begründer des Poetry Slam und eine wandelnde Legende unter den Bühnendichtern, ließ sich nach einem Auftritt von Sebastian Krämer in diesem Jahr zu der Äußerung hinreißen: "The best performance I've ever seen in Europe". Und ein Rezensent der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung widmete im vergangenen März seinen Artikel über einen Abend, den sich fünf gestandene Kabarettisten und Komiker teilten, vor lauter Begeisterung fast ausschließlich einem einzigen Lied von Sebastian Krämer. Da heißt es unter anderem: "Das Lied ist [...] ein Jongleurlied. Eigentlich ein Antijongleurlied. Es ist das beste Lied gegen Jongleure, das es gibt. Es ist wunderbar. Die Welt braucht keine Jongleure. Doch Jongleure brauchen die Welt".
Krämer selbst beschreibt sein Werk bescheidener: "Wie die Stones, nur eben mit Musik!"
02.05.07
Beginn: 20.00 Uhr
Eintritt: ab 5.- Euro
dining.hof (Germania Campus)
Grevener Str. 91
48159 Münster