Der gebürtige Münsteraner Heiko Werning lebt seit 13 Jahren in Berlin, genauer gesagt im "Brennpunktbezirk" Wedding, in dem er sich auch meistens aufhält, anstatt die Abende in schicken Galerien oder angesagten Clubs in Mitte zu verbringen und popkulturelle Strategien zu diskutieren, Masterpläne zu schmieden oder das revolutionäre Potenzial von Subkulturen zu untersuchen. Denn das Leben spielt an anderen Orten und ist selten in einfache Schemen zu pressen.
Seine Geschichten und Lieder handeln vom Leben der "normalen" Menschen, die fernab des neuen Berliner Schicks ihre alltäglichen Kämpfe führen, den Begegnungen mit ihnen und wie sie trotz aller Widrigkeiten um ihre Würde kämpfen. Es ist eine Poesie des Alltags, versehen mit einer gehörigen Portion Selbstironie und einem sehr feinen Gespür für das, was man so gerne als Realsatire bezeichnet.
Neben Texten und Geschichten schreibt und singt Heiko Werning auch Lieder. Nachdem er längere Zeit von einer Band begleitet wurde, tritt er seit etwa 2 Jahren hauptsächlich solo auf und begleitet sich selbst am Klavier.
In seinen Songs geht es um dieTragik gescheiterter (alternativer) Lebensentwürfe, den damit einhergehenden Selbstbetrug, die trügerische Sicherheit eines in geordneten Bahnen verlaufenden Lebens. Heiko Werning legt den Finger in diese Wunden, die wir alle haben. Das tut weh, ist ziemlich schonungslos und manch einer mag sich ertappt fühlen und an vergessene Ideale denken. Doch hier schwingt sich keiner zum Richter auf, Heiko Werning gibt die Charaktere seiner Lieder nicht der Lächerlichkeit preis. Denn bei aller sezierend genauen Beobachtung ist er sich der eigenen Schwächen immer bewusst.
Das ist in vielen Fällen traurig und stimmt melancholisch, und der letzte Trost ist oft genug das beruhigend blaue Licht der benachbarten Aral-Tankstelle, die einem das Gefühl vermittelt, nicht ganz allein zu sein. Da ist es nur folgerichtig, dass Heiko Werning auch am Klavier gerne mal Mollakkorde anschlägt.