Katastrophenberichte, Küchenphilosophie, Kriegsherren und Kinderwunsch: Heiko Werning macht als Gastgeber den dining.hof in Münster stargerecht - und zum gemütlichen Wohnzimmer, in dem sich eine wechselnde, immer erlesene Auswahl musikalischer und literarischer Gäste von Weltrang einmal monatlich die Klinke in die Hand gibt.
Weltstars privat: Buchpremiere "In Bed with Buddha" mit Heiko Werning am 07.11.
Heiko Werning
„In Bed with Buddha“ heißt das soeben in der Edition Tiamat neu erschienene Buch von Heiko Werning, das als „episodischer Entwicklungsroman“ Geschichten aus dem Leben eines Münsteraners erzählt, den es nach einer Kindheit in den Vorortsiedlungen von Gremmendorf und Hiltrup schließlich nach Berlin verschlägt, ausgerechnet in den berüchtigten Wedding. In Heiko Wernings Geschichten leben die eigenwilligen Einwohner dieser Rückzugsgebiete auf und schillern in komischer Schönheit. Da ist zum einen Münster, wo Vorstadtwitwen nachts durch ihre Gärten kriechen und Schnecken zerschneiden. Und da ist der Wedding, wo Rassisten aus Protest gegen die vielen Ausländer mit der thailändischen Geliebten nach Südostasien abhauen, wo Betrunkene sich nachts an den schrecklichsten Imbissbuden des Landes treffen, um sich selbst zur Katharsis zu verhelfen. Werning fährt zwischen beiden Orten hin und her, schaut sich um, zuckt mit den Achseln und geht zurück in seine Hinterhaus-Parterrewohnung, von der alle sagen, sie sei so furchtbar dunkel, dabei hat er doch ausreichend Lampen.
An diesem Mittwoch stellt Heiko Werning im Rahmen seiner Reihe „Weltstars privat“ sein Buch in Münster vor und liest Texte daraus vor. Als musikalischer Gast unterstützt ihn Roger Trash.
Pressestimmen zum Buch:
Die einzelnen Episoden sind geprägt von einer schönen Selbstironie angesichts der oft vergeblichen Versuche, im Alltag so etwas wie Würde zu bewahren. Lesenswert.
(tip Berlin)
Heiko Werning gelingt in seinen Texten etwas sehr seltenes: er bringt einen außerordentlich häufig zum Lachen und man hat ihn von Text zu Text lieber, eben wie so einen Knuddelbuddha. Weil er in einer Drastik vom eigenen Scheitern (oder was “arrivierte” Menschen dafür halten) spricht, wie man sie nur selten in dieser Form lesen kann, zuletzt vielleicht bei Heinz Strunk. Das Tolle daran ist: es ist nicht eine schlechte Geschichte dabei. „In Bed with Buddha“ ist nicht zuletzt ein sehr sinniges Plädoyer für die Provinz und eine liebevolle Enzauberung der Großstadt als Sammel- und Fluchtpunkt der “Coolen” aller Art. Schönes Buch.“